Geschichtliches

ˆ© Engelbert Pülicher

Die Geschichte der St. Johanniskirche Leopoldshall ist eng mit der Entwicklung des Salz- und Kalibergbaues in der Region verbunden.

Im Juli 1858 wurde mit der Förderung von Steinsalz begonnen. In dieser Zeit erkannte man auch die große wirtschaftliche Bedeutung des Kalisalzes,

1863/64 gründeten sich die ersten chemischen Fabriken, deren Zahl bis 1866 auf 8 Standorte anstieg.

Die Steinsalz -und Kaliförderung sowie die chemische Industrie zog viele Bergleute und Fabrikarbeiter aus dem benachbarten preußischen Staßfurt, aber auch von weiter her aus der Region Anhalt, dem Harz, Mansfelder Land und Halle in das Quartier Leopoldshall; lockte doch Lohn und Brot und damit ein erquickliches Auskommen für sie und ihre Familien. Es wurden Wohnungen für die Neu- Leopoldshaller gebaut, zwei Schulen und ein Rathaus errichtet. Auch an eine Heimstatt für die evangelischen Christen wurde gedacht.

Im Jahr 1873 beschloss ein Konsistorium zusammen mit dem Gemeinderat den Bau einer Kirche:

Am 07. April 1874 erfolgte der erste Spatenstich und am 28.Mai 1874 die Grundsteinlegung .

Nach nur zwei Jahren Bauzeitunter Leitung des Bernburger Bauinspektors Schrader entstand ein imposanter Bau aus gelbem Klinker im Stile der Romanik mit einem Grundriss in Kreuzform und Rundbogen im Altarbereich. Das Innere war ausgestattet mit Kanzel, Kruzifix und Taufstein, hergestellt in Bernburg; der Altar wurde in Aderstedt gefertigt und die Fenster im Altarraum von der Glasmaler-Manufaktur Lünnich gestaltet. Die Orgel stammte aus der Werkstatt von Orgelbaumeister Nikolaus aus Dessau. Die drei Glocken wurden in der Gießerei Schilling in Apolda gegossen.

Am 06.Februar 1876 fand die feierliche Einweihung der St.-Johannis-Kirche Leopoldshall durch den ersten Pfarrer Carl F. Schneppel statt.